Skip to main content

23. und 24. Juni 2018

Dona nobis pacem

Im Jahr 2018 jährt sich zum hundersten Mal das Ende des Ersten Weltkriegs. Dieses Jubiläum möchten wir mit unserem Konzert im Juni in besonderer Weise begehen, indem wir zwei Werke aus dem 20. Jahrhundert miteinander verbinden - eines dezidiert dem Ersten Weltkrieg verpflichtet, das andere viel neuer, einem ganz anderen Kulturkreis entstammend und doch auf bestürzende Weise derselben Thematik und Atmosphäre zugehörig.

Namensgeberin unseres Konzerts ist die Vaughan-Williams-Kantate "Dona nobis pacem", die neben Teilen des Messtextes auch Texte des Dichters Walt Whitman verwendet. Vaughan Williams selbst diente im Ersten Weltkrieg; die Whitman-Texte entstanden während des amerikanischen Bürgerkriegs 1861-65. Text wie Musik drücken das Verlangen nach Frieden und darüber hinaus nach Versöhnung aus.

Auch der anschließenden "Misa Tango" des argentinischen Komponisten Luis Enriquez Bacalov, deren Grundstimmung viel inniger und nachdenklicher ist als die der "Palméri-Misatango", liegt ein Versöhnungsgedanke zugrunde - ein gerade heute höchst aktueller. Sie verwendet nur ausgewählte Teile des Messtextes und ist auf Spanisch gehalten. Der Komponist will hierdurch eine Allgemeingültigkeit der Messe nicht nur für Christen, sondern auch für Juden und Muslime schaffen, um allen gemeinsam das religiöse Feiern zu ermöglichen.

So zieht unser Programm eine gedankliche Linie zwischen dem Wunsch nach Versöhnung der europäischen Völker nach dem Ersten Weltkrieg und der heute so dringend erscheinenden Versöhnung der drei großen monotheistischen Religionen, durch deren radikale Auslegung man derzeit zwar nicht von einem Weltkrieg, wohl aber von einer Weltkrise sprechen kann.

Eine weitere Dimension dieses Wunsches erreichen wir durch die aufführungstechnische Symbolik: Wieder werden wir von einem französischen Chor unterstützt, diesmal aus Lyon. Kontakt zu diesem hat Werner Pfaff durch den Deutsch-Französischen Chorverband, welcher nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet wurde, unsere beiden Nationen durch gemeinsames Singen einander näherzubringen. Der Erfolg, den diese und viele andere aussöhnende Maßnahmen zwischen Deutschen und Franzosen (als Beispiele für die Versöhnungsarbeit der europäischen Völker insgesamt) hervorgebracht haben, steht in unserem Konzert als Faktor der Hoffnung und des Mutmachens.


Einführung zum Konzert

Mittwoch, 13. Juni 2017, 20:00 Uhr
Musikbibliothek Offenburg

Leitung: Gisela Lutzenberger


 

Ev. Stadtkirche Offenburg
Samstag, 23. Juni 2018, 20:00 Uhr
Sonntag, 24. Juni 2018, 18:00 Uhr

In Zusammenarbeit mit dem
Choeur Franco-Allemand de Lyon

DONA NOBIS PACEM

Ralph Vaughan Williams

Kantate "Dona nobis pacem"

Luis Enriquez Bacalov

Misa Tango

 

Leitung: Werner Pfaff

Kartenvorverkauf und Preise


Solisten

Sopran: Katrin Müller
Bariton: Matthias Horn

Bandoneon: Karin Eckstein

 


Orchester

Sinfonieorchetser des KIT Karlsruhe
Leitung: Dr. Dieter Köhnlein